Wir fuhren und fuhren, von hinten schrie es immer wieder: "macht mal ne Pause, ich will eine Zigarette." Doch zu einer Pause reichte die Zeit nicht, denn ich wollte vor Dunkelheit am Ort ankommen.
Die Region wo wir rumkurvten stimmte, aber wo war diese Ortschaft welche sich Grod nannte. In diesen verlassenen Ortschaften fand man auch keine Menschenseele, welche man hätte fragen können.
Erneut steuerten wir einen Wald an. Es dunkelte schon ganz langsam ein. Eine kleine Strasse führte sogar weiter. Am Ende des Waldes befanden sich drei Häuser. Und, man glaubt es kaum, es war die gesuchte Ortschaft.

Puh! Lange genug hatten wir Umwege gefahren, ich weiss ja, ich war noch nie ein Hirsch wenn es darum ging etwas zu finden. Doch mit dieser Fahrzeit hätten wir es ganz gut ins Tessin (Südschweiz) geschafft.
Ich war so froh, da ich ehrlich gesagt nicht mehr daran dachte das Ziel je bei Tageslicht zu erreichen, und mir das ständige Gejammer nach einer Zigarette auf den Geist ging. Ich war sonst schon sehr nervös. Autofahrten bei denen ich den Weg nicht kenne unternehme ich absolut nicht gerne.

Doch oje, wo fand ich jetzt wohl den Züchter, die Briefkästen, welche wir begutachteten, waren alle namenlos.
Wir setzten uns wieder in den Wagen, ziemlich ratlos, da kam ein Jogger des Weges. Diejenige im Fond des Wagens, rannte schreiend, nachdem sie über uns hinweg geklettert war (Akrobatenkunststück), auf ihren Highheels, in einem ziemlich engen Jupes, dem sich schnell entfernenden Jogger hinterher.
Dieser blieb abrupt stehen nachdem er merkte, dass das Schreien ihm galt. Es war ein Bild zum kringeln.
Ich wurde danach von ihr ziemlich angeschnauzt. Ich hätte ja auch fragen können, es sei ja in meinem Interesse.

Jedenfalls konnte er uns das Haus zeigen, es stand etwas abseits.
Erst fanden wir die Abzweigung nicht, denn es war bloss ein Feldweg, eher ein Kuhtrampelpfad zwischen Scheunen hindurch. Dann, endlich, geschafft! Wir standen bei dem Hof.
Ein wildes Bellen empfing uns. Der Mann hatte unsere Ankunft auch bemerkt und kam zur Haustüre raus. Ein Mann mit langem Bart und Sprachfehler. Ich hatte so meine Mühe ihn zu verstehen. Waidi, die joggende, sprach mit ihm ziemlich laut, man hörte es bestimmt im Dorf weiter unten, als er plötzlich zu ihr sagte: "Dir, dir müesst mi nid eso aschreie, i ghöre guet." (Sie, sie müssen mich nicht so anbrüllen, ich höre gut). Waidi war es sichtlich peinlich, nun denn, jetzt durften wir zu den Hunden. Oh Du lieber Gott, wie süss. Eine ganze Schar von kleinen Dingern rannte auf den Zaun zu. Ich weiss nicht wie viele es waren. Es war ein so süsses Bild, leider hatte ich den Fotoapparat nicht dabei. Es war ein ziemliches Gerangel und Durcheinander. Jeder wollte zuvorderst sein.
Wie sollte ich mich da entscheiden.

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