Dann plötzlich kam er, der Dickste und Frechste, er trampelte alles was sich vor oder unter ihm befand nieder. Er wollte an den Zaun und schaffte es auch mit links. Diesen wollte ich!!!!!!!
Stinkfrech sah er aus der Kleine. Der Züchter nahm ihn raus und gab ihn mir in die Arme. Doch oh Schreck wo war der ganze Mut abgeblieben? Ich hatte ein zitterndes etwas auf den Armen welches seinen Kopf unter meinem Kinn vergrub. So nach dem Motto, ich sehe nichts mehr, so seht ihr mich auch nicht mehr.
Dieser kleine Mann erblickte am 23. Juli 91 das Licht der Welt.
Ja er war's, ihm wollte ich ein zuhause geben. Am liebsten hätte ich ja eigentlich alle mitgenommen. Seine Mutter hiess Sissy, sie begutachtete die ganze Situation kritisch.
Der Mann, Herr Wyss, bat uns in die Küche um den Kaufvertrag zu unterschreiben und zeigte uns noch etwas von seinem Haus. Als er plötzlich im Wohnzimmer verschwand und mit einer Fernbedienung wieder auftauchte. Mit dieser trabte er auf Waidi zu, diejenige die ihn erst etwas zu laut angeredet hatte. Er sagte zu ihr, jetzt hätte er am Wochenende ein neues TV-Gerät gekauft und der Verkäufer hätte ihm gesagt man könne mit diesem Ding, zeigte fuchtelnd die Fernbedienung, die Sender umstellen. Es gehe aber nicht, drückte auf den Tasten rum und sagte: "hören Sie?"
Es hörte sich immer gleich an aus dem Wohnzimmer. Ich lachte mich innerlich kaputt, er fragte da gerade die richtige Person, denn Waidi hatte mit solchen Sachen keine Ahnung.
Am Arbeitsplatz war sie froh, wenn ich ihr die Geräte, die so langsam aufkamen, erklärte. Wie zum Beispiel der Schreibautomat, oh man, dies war eine Heidenarbeit ihr dies Ding zu erklären. Sie brachte mir eine grosse Flasche Baldriantropfen mit damit ich die Geduld nicht ganz verlieren würde. <Geheiligt werde die alte manuelle Schreibmaschine.>
Naja, es wurde dann noch so einige Zeit über dieses Gerät und dessen Funktionalität diskutiert und der Mann verstand, dass eine Fernbedienung nicht durch Wände funktioniert. Er packte mir noch Futter für den Kleinen ein, da ich ja nichts daheim hatte. Ich hätte es ja erahnen müssen, mein Vorsatz, ihn nicht gleich mitzunehmen, war dahin. Einerseits aus Angst, er würde jemandem andern auch noch gefallen, andererseits aber wollte ich die kleine Nase gleich bei mir haben.
Sogar einen Einkaufkorb hatte ich im Kofferraum. Dieser wurde notdürftig ausgepolstert und der Kleine reingesetzt. Er durfte die Fahrt im Fond bei Waidi mitmachen.
Auf der Heimfahrt zerbrachen wir uns unsere Köpfe wie er wohl heissen sollte. Plötzlich sagte Waidi: "Sascha." Ha, genau, dies war's. Mir gefiel Sascha Hehn sehr gut und auch der Name war schön: Also wurde er auf Sascha getauft. Waidi sagte: "Ich bin seine Gotte" (Patin). Sie entpuppte sich als eine ein bisschen mühsame Gotte, hat nie an den Geburtstag und die Geschenke gedacht.
Die Fahrt ging soweit gut, ausser dass Sascha einige male brechen musste. Zurück ging es zum Glück etwas schneller, denn Zürich war einfacher zu finden.
Ich fuhr dann noch die beiden Kolleginnen nach Hause. Allein im Wagen habe ich den Einkaufskorb vorne auf den Boden gestellt. So brachten wir die letzten Kilometer bis zu uns nach Hause hinter uns.
Die Ankunft im neuen Zuhause verlief nicht so ganz nach meinen Vorstellungen. Ich sagte noch in der Garage zu Sascha, jetzt müsse er dann gut aufpassen, jemand werde mit ganz grossen Augen im Türrahmen stehen. Ich wickelte den kleinen in das Tuch ein, welches er während der Fahrt im Korb hatte. Nur noch der Kopf guckte heraus. Wir machten uns auf den Weg zu unserer Wohnungstüre, klingelten und warteten gespannt. Nicht meine Mutter machte grosse Augen, sondern ich. Ich verstand kurz die Welt nicht mehr.