Mit der Stubenreinheit hatten wir keinerlei grossen Probleme. Er lernte es sehr schnell. Als mein Bruder einmal zu Besuch war, leider kam dies sehr selten vor, da er in München lebte, sagte er zu mir: "Du musst mit Sascha nicht gleich raus. Ich war soeben mit ihm sehr lange draussen. Er hat jedoch kein Gagi machen müssen." Ich ging in die Küche und lachte laut los: "Bruderherz! Komm doch bitte einmal!" Vor dem Kochherd lang eine lange Wurst, Gagi. Saschi hatte vermutlich vor lauter Schnüffeln vergessen, dass dieses Geschäft hätte draussen verrichtet werden müssen.
Einmal als ich am Abend weg war und am Morgen nicht aufstehen mochte, hatte Sascha mich zu wecken versucht, doch ich war so platt und mochte nicht aufstehen. Als ich dann aufstand, erlebte ich eine ziemliche Überraschung, Quer durchs Wohnzimmer zierten Pfotenspuren den Teppich. Ich muss dazu sagen, dass wir ein Blumenfenster mit Erde gefüllt und bepflanzt haben. Ich inspizierte mal dieses Fenster und siehe da, zuhinterst, ganz an der Scheibe, war ein Gagi. Notdürftig noch etwas zugebuddelt.
Der liebe Kerl wollte nicht auf den Teppich machen und sah dies als einzige Lösung. Er musste einen ziemlichen Anlauf genommen haben, befindet sich das Beet doch in einer Höhe von 70 cm.
In der Wohnung hat er nie etwas kaputt gemacht. Man musste ihn zwingen etwas zu nehmen um damit zu spielen. Sei es ein alter Socken oder ein Schuh oder was auch immer. Was Sascha am Anfang gar nicht verstehen konnte, war der Kollege, der aussah wir er, jedoch partout nicht mit ihm spielen wollte. Wir haben an der Wohnungstüre einen Spiegel, darin sah er sich und sah darin einen Kollegen.
Er ging zum Spiegel, guckte rein, rannte los und schaute ziemlich enttäuscht zurück, denn der Freund rannte nie mit ihm. Es war so süss zuzusehen, wie er startete und mit fliegenden Ohren den Gang entlang sauste. Nach einer Weile wurde es ihm zu dumm und er hörte auf damit.
Wir genossen den kleinen in vollen Zügen. Leider verlief in den späteren Jahren nicht mehr alles so wie es sein sollte. Durch einen Krankheitsfall in der Familie musste Sascha sehr viel Zeit im Tierheim verbringen.
Übrigens mochte es Sascha nie, wenn man lachte nachdem er, zu Beginn seiner Karriere als Vierbeiner, über seine Pfoten stolperte. Dann wurde er stinksauer, legte sich in seine Ecke und schmollte vor sich hin. Ja, diese 4 Stöcke, die man Beine nannte, hatten so seine Tücken und waren gar nicht so einfach zu bedienen. Er bemerkte irgendwie immer wenn er ausgelacht wurde. Ausgelacht zu werden, dies mochte er sein ganzes Leben lang nicht. Wobei dies auch auf mich, sein Frauchen zutrifft. Mit dem Unterschied, dass ich mich nicht gleich in eine Ecke lege.