Die ersten Wochen
Frauchens lärmige Heimkehr
Am ersten Tag im Geschäft konnte ich mich auf die Arbeit fast nicht konzentrieren, der Feierabend wollte auch nicht näher rücken. Meine Gedanken waren ständig daheim. Ich freute mich so nach Hause zu Sascha zu kommen. Endlich 17 Uhr, nun lag nur noch der Feierabendstau vor mir. Meter für Meter ruckelte der Verkehr vor sich hin, ich mittendrin. Heute nervte ich mich mehr als sonst. "Können denn diese Leute nicht einfach mit dem Fahrrad oder den öffentlichen Verkehrsmitteln zur Arbeit?" Die Strassen wären weniger verstopft und ich hätte freie Fahrt. Ein bisschen Egoismus darf sein. Na ja, da ich genauso bin, darf ich mich nicht beklagen. Nach ca. 45 Minuten düste ich die Strasse hoch in Richtung unserem Daheim. Wir haben eine Tiefgarage mit automatischem Tor, um reinzufahren muss man ziemlich scharf rechts halten. Heute hatte ich nicht die Geduld zu warten, bis sich das Tor ganz öffnete. Kurz abgeschätzt - das muss reichen - ich gab Gas. Es folgten Durchschütteln und ohrenbetäubender Lärm. Auweia, da lief was nicht ganz nach Plan. Denn ich steckte irgendwie fest. Erneut Gas, wieder rückwärts raus, halten, aussteigen, und die Bescherung begutachten. Ja Himmel Donnerwetter, ein grosser Brocken der Mauerkante lag am Boden.
Mein armer gehegter und gepflegter Golf entsprach nicht mehr ganz der Fabrikatsvorlage. Ich fuhr den Wagen auf den Parkplatz und hoffte, dass mich niemand beobachtet hatte, war das peinlich. Bevor ich hochging putze ich gründlich die Hausmauer und räumte die am Boden liegenden Trümmer weg. Zu dem Schaden hat sich nie jemand geäussert. Hoffentlich ist die Tat verjährt, sonst kriege ich vielleicht auf dieses schriftliche Geständnis hin noch eine Reparaturrechnung. Der Schaden sieht man heute noch. Er wurde nie behoben.
In der Wohnung sass Sascha, gerade wie eine Kerze, die Ohren rausgestellt. Er sah etwas verdattert aus, freute sich aber mich zu sehen. Meine Mutter fragte mich: "Hast Du diesen ohrenbetäubenden Lärm auch gehört? Weisst Du was passiert ist? Sascha hat geschlafen und ist darüber aufgewacht und ziemlich erschrocken. Er hat nur noch gezittert." Ihr habe ich den es dann erzählt. Den Wagen konnte ich am nächsten Tag in die Reparatur fahren. Die Leute in der Werkstatt amüsierten sich über meine Unfallbeschreibung, zu meinem Verdruss, köstlich. Den weiteren Wortwechsel habe ich zum Glück nicht mitbekommen. Meine Haare waren in dieser Zeit blondgefärbt und was man über Blondinen ja so alles sagt und sagte, ist ja bekannt.
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