Meine Mutter und ich sassen oben, und die beiden kamen und kamen einfach nicht wieder. Ich konnte mir nicht erklären wo sie so lange abblieben.
Gerade wollte ich aufstehen um nachzusehen, da ging die Türe auf. Sascha hüpfte freudig rein. Weniger erfreut sah Martin aus. Oooh, was war wohl geschehen? Hatte Sascha irgendwo im Hotel statt draussen Beinchen gehoben? Martin schaute mich ziemlich grimmig an. Ich sagte lieber nichts. Ich denke: - er wird dann schon erzählen. -Er erzählte auch und wurde dabei noch etwas saurer. Ich konnte mich nur noch vor lachen kugeln und dies wiederum machte ihn noch wütender. Wie mein Bruder erzählte. Die Mimik. Man konnte nur grinsen.
Was also war geschehen? Martin und Sascha standen in der Empfangshalle beim Zigarettenautomaten, wie von mir geheissen ohne Leine. Zuvor hatten sie noch mit der Empfangsdame geflirtet. Die staunte wie brav der Hund ohne Leine bei Fuss lief. Ich weiss nicht wie lange mein Bruder brauchte bis er das Geld im Schlitz versenkt hatte, jedenfalls zu lange für Sascha. Ihm wurde langweilig. Als mein Bruderherz dann endlich Rückgeld und Zigaretten in den Händen hielt und mit Sascha raus wollte, war kein Hund mehr da. Er sah sich in der Halle um, nichts. Wie er mir erzählte wurde ihm daraufhin heiss und kalt. Wo war Sascha? Er suchte die Räume ab. Alle wo die Türen offen standen. Die meisten Räume waren dunkel, also ging nur leises rufen.
Nichts. Raus konnte er nicht sein, denn es war keine automatische Türe und in der Zeit kam niemand rein oder raus. Wenigstens eine kleine Beruhigung. Aber wo zum Geier war er? Mittlerweile wurde auch die Empfangsdame auf Martin aufmerksam. Sie fragte ob er etwas verloren hätte. "Ja den Hund" antwortet er ziemlich verlegen. Sie kam her und beteiligte sich an der Suche. In jedem Raum wurde nun das Licht angeknipst. Doch auch mit Licht. Er blieb verschwunden. Sie gingen den Gang entlang, da stand noch eine Türe eine Spaltbreite offen. Die Dame öffnete die diese, ging rein und konnte das Lachen nicht verkneifen. Da stand Sascha in der Mitte des Raumes. Um ihn tanzende Leute. Die Türe war der Zugang zur Discothek. Da war er nun, inmitten der Leute auf der Tanzfläche bei Megasound und blinkenden Lichtern. Die Tanzenden hatten einen schönen Kreis um ihn gebildet. Sascha, der Disco dog, stand da und schaute erfreut in der Gegend rum und begutachtete die Hüpfenden.
Dies war, glaube ich, das einschneidende Erlebnis. Denn seit diesem Tag liebte Sascha laute Musik und Partys. Wenn er irgendwo Musik hörte und dazu noch viele Menschen sah, wollte er dahin. Na ja, jedenfalls war mein Brüderchen etwas stinkig auf mich, so geschämt hätte er sich schon lange nicht mehr. Und ausgerechnet hier wo ihn die Leute kennen würden und er doch noch eine Weile wohnen müsse. So war es dann auch. Dieses Erlebnis ging nicht vergessen. Er wurde im Hotel die ganze Zeit über nach seinem Disco Doggi gefragt.